Tuesday, March 16, 2010

Sooo viele Tempel in nur 2 Tagen

Ha, da haette ich doch am Tag meiner Weiterreise fast verschlafen. Aber so ist das halt wenn man sich in ein Hotel einmietet und man nen schoenen Fernseher auf dem Zimmer hat und meint man sollte noch ein bischen zappen. Schwupps landet man auf einem Sender der nur Hollywoodfilme zeigt und schaut sich bis kurz vor 12 "Transporter III" an. Und da will ich am naechsten Tag um halb 7 aufstehen..... jaaaa, war dann halt doch schon 7. Gut dass ich am Vorabend schon gepackt hatte, somit schnell duschen und vollends packen, ab zur Rezeption um auszuchecken und weiter zum Bus. Da war ich dann 10 min frueher, hab mein Gepaeck verstauen lassen, mir noch schnell nen Muffin geholt und rein an einen Platz.

Dort hatte ich dann eine junge Khmer neben mir sitzen, die doch ein ganz gut Englisch sprach, zumindest fuer den ueblichen Smalltalk hats gereicht, nur wenn sie beim reden nicht immer so gefluestert haette....

Und diesesmal hatte ich meine erste gute Busfahrt in Kambodscha, schein wohl aufwaerts zu gehen. Um ca. 10 Uhr kam ich in Siem Reap an und wusste wie immer erst mal gar nicht wo ich bin. Aber 10 Tuktukfahrer hatte ich garantiert um mich rum. Aber erst mal in aller Ruhe meinen Rucksack von der Gepaecklade abholen, aber was ist denn das. Warum ist denn mein linker Traeger total nass? Und warum stinkt der nach Bier? Na, klasse und den muss ich jetzt schleppen.

So, jetzt stand ich also da, hatte aber wie immer keinen Plan. Ha, da steht doch noch ne Weisse neben mir die auch versucht sich zu orientieren. Gleich man fragen ob sie weiss wo wir sind. Jetzt standen wir also mit dem Gesicht zur Wand und haben ein bischen ueber die Gaesthaeuser geredet, waehrend wir immer wieder Zettel mit Bildern und Namen von Absteigen vor die Nase gehalten bekamen, dazu das staendige gebruell der Schlepper.... Ich hab dann mal einen Gefragt warum er mich denn die ganze Zeit so anbruellt, er hat sich dann kleinlaut entschuldigt und nur noch mit mir gefluestert. Letztendlich sind wir dann aber zu Fuss zum "Garden Village" gelaufen und haben uns somit die paar Cent gespart.

Im Guesthouse hat Kimberly (so heisst die Gute) dann nach den billigsten Zimmern gefragt und das guenstigste ist 3$ die Nacht. Es geht dort auch noch billiger mit nur 1$, allerdings liegt man da im Hof und hat nur ne Matratze mit Mosquitonetz ueber sich, also das muss wirklich nicht sein. Wir haben uns dann einen Bungalow angeschaut der aus nicht mehr als ner Huette, einer Matratze und einem Mosquitonetz besteht. Aso, ne Kissen und ein Handtuch gibts auch noch. Kimberly hat mich dann spontan gefragt ob wir uns die Huette teilen wollen, ich hab sofort zugesagt und so naechtige ich also nun fuer nur 1,5$ also so ca. 1 Euro pro Nacht :-) Natuerlich gabs dann noch ne weitere Matratze fuer uns...

Wie immer, wenn man wo ankommt, erst mal auf stille Oertchen und dann duschen und dann auf Futtersuche gehen. Da wir uns wirklich gut verstehen haben wir uns entschlossen die beruehmten Tempel von Angkor zusammen anzuschauen und uns beim gemuetlichen Essen ein bischen einen Plan gemacht. Bzw, da ich ja ein Sightseeing-Spezialist bin hab ich das dann gemacht und sie hat zugestimmt. Nach dem Essen sind wir dann am Fluss entlang gelaufen, hatte sich im Reisefuehrer besser angehoert als es letztendlich war, aber net wars. Sind auch noch in einen Tempel reingelaufen der seh laut Musik hatte, da war irgendeine buddhistische Feier, aber der junge Moench der ein bischen Englisch sprach konnte uns leider nicht sagen was sie feiern.

Ha, und nochwas hab ich gesehen. Eine Katholische Kirche. Natuerlich bin ich da sofort reingelaufen und hab sie mir angeschaut. Eine einfache Holzkirche und im Obergeschoss war ein grosser Saal, natuerlich ohne Baenke, denn die Khmer sitzen ja fast nur auf dem Boden. Schoen wars aber trotzdem und fuer mich mal ein Platz fuer Ruhe.

Auf dem Rueckweg sind wir noch in das teuerste Hotel der Stadt reingelaufen. Mei was fuer ein wunderschoens Hotel. Alles in dunklem Holz, grosse Fenster, Teiche im Garten und Terrasse fuers Restaurant. Wir sind da rein, da wir gesehen haben dass sie mehrmals die Woche am Abend die beruehmten Apsarataenze auffuehren. Aber ein Blick auf die Speisekarte hat uns dann schnell gesagt dass das nicht drinnen ist, das guenstigste waere ein Dessert fuer 9$ gewesen :-)

Aber ein Dessert waere natuerlich jetzt nach den Spazierstrapazen gar nicht schlecht, also rein in einen Eisladen (ne Thailaendische Eiskette die wundervolles Eis macht) und nen schoenen Becher bestellt. Mei war der lecker.

Viel mehr ging an diesem Tag nimmer, einfach nur gemuetlich entspannen.

Naechster Tag, erster Tempeltag. Morgens sind wir eigentlich schon recht frueh aufgestanden, halb sieben zeigte meine Uhr. Warum wir aber dennoch sooo ewig gebraucht hatten und erst um 8 beim Fruehstueck waren ist mir ein echtes Raetsel. Aber wir hatten ein ganz tolles Fruehstueck im "Red Piano" und vorallem mal nen schoenen Schwarztee mit Milch!!!! Bekommt man ja selten.

Nun, wie kommen wir zu den Tempeln, ein Moto fuer 2 Leute, das ist eingentlich nicht erlaubt, aber billig. Die Motofahrer haben sich aber geweigert, ok dann halt mal wieder in die Preisschlacht mit den Tuktukfahrern ziehen. Die wollten gleich mal 15$ doer so, aber das wollten wir natuerlich nicht. In meinem Buch stand 12$ waere fuer die kleine Tempeltour super. Also dachte ich wenn wir die auf 10$ runterbekommen wenn wir ja nicht den Sonnenaufgang und -untergang haben dann ist das doch super. Von wegen, Kimberly reichte das gar nicht, sie wollte noch weiter runter. Ha, ich hatte aber natuerlich vorher zu ihr gesagt dass ich 10$ ok finde. Das hat der Tuktukfahrer natuerlich mitbekommen und ist stur geblieben. Kimberly hat sich dann hoeflich bedankt und ist weitergelaufen. Beim naechsten waren wir auch schnell bei 10$ und mitten in den Verhandlungen (besser gesagt Kimberly, ich hab mich von nun an rausgehalten) kommt doch der Fahrer von vorhin an und sagt dem Fahrer mit dem wir gerade diskutieren ist seiner Sprache dass wir vorhin beim ihm die 10$ nicht bezahlen wollten. Tja, somit wars fuer uns rum, denn die sind ja alles hier "my friends" und wir sind weiter. Irgendwie haben wir es auch geschafft den doofen Fahrer abzuschuetteln und mit einem anderen verhandelt. Kimberly hat letztendlich tatsaechlich nen Tagespreis von 8$ rausgeschlagen, aber natuerlich nur unter den Bedingung dass wir in 3 Tage lang buchen. Ist doch super fuer uns, denn jedes Mal aufs neue Verhandeln ist echt nervig. Ueber den dritten Tag sind wir uns aber noch nicht ganz einig. Da wir einen Tempel sehr weit ausserhalb besichtigen muessen und er dafuer 5$ zusaetzlich haben will wird Kimberly an diesem Tag nochmal verhandeln. Ich denke es werden wohl nur 3-4$ mehr werden, bin schon selbst ganz gespannt.

Die Fahrt zum Haupteingang des Tempelareals dauerte ca. 20 min. Dort wollten wir uns das 3-Tage-Ticket holen. Ha, und welches der beiden. Man kann eines fuer 3 Tage am Stueck haben und eines fuer 3 Tage die ueber eine Woche verteilt liegen. Kostenpunkt? Jedesmal 40$. Macht ja ueberhaupt keinen Sinn. Ist doch klar dass man sich das 2te holt und nicht das erste, denn es hat ja nur Vorteile. Versteh ich nicht. Kimberly auch nicht. Wiedem auch sei. Wir holen uns also genau dieses, werden dann mit einer Webcam fotographiert (Ich schau aus wie Verbrecher) und wir bekommen unser Ticket mit unserem Bild drauf, also alles sehr personalisiert und nicht uebertragbar.

Wieder ins Tuktuk und zu den Tempeln. Wirklich viel ueber die Tempel moechte ich jetzt nicht schreiben. Die kann man ja auch kaum beschreiben. Nur soviel, es ist unglaublich, wie kunstvoll viele von ihnen sind. Wir haben in ersten 2 Tempeltagen um die 15 Tempel angeschaut und keiner sah einem anderen aehnlich. Grundsaetzlich bestehen alle aber aus riesigen aufeinandergesetzen grauen Steinen, die teilweise mit Reliefs verziert sind, haben mehrere Tuerme und Pyramiden, teilweise sind wir schon wirklich sehr steil hoch geklettert (hoch geht ja immer noch, aber runter...!!!! ) Die einzelnen Tempelanlagen liegen relativ weit auseinander und bei der Hitze die hier herrscht, und meist ist man ja auch in prallen Sonne unterwegs, schlaucht das doch schon sehr und man freut sich immer wieder auf eine kurze erfrischende Tuktukfahrt.

Am ersten Tag haben wir uns zwischendurch mal ne Ananas und mal ne Melone gegoennt und das Wasser das meine Kehle hinunterlaeuft findet sich dann sofort wieder rausgeschwitzt in meiner Kleidung wieder. Alles klebt und der rote Staub der Wege klebt an den Fuessen und Beinen. Wir haben dann mal unsere Fuesse ohne Sandalen fotographiert, weiss wo die Sandalen sassen, dunkelbraunrot wo der Sand klebt. Ein Zebra waere neidisch :-)

Am zweiten Tag haben wir uns dann frueh morgens aus dem Bett gequaelt, 4:45 Uhr ging der Wecker. Wir wollten ja den Sonnenaufgang am beruehmtesten aller Tempel anschauen, Angkor Wat! Also los, Kimberly hat sich in einem 24-h-Supermarkt noch nen extrem teuren Joghurt geholt und auf mit dem Tuktuk (welches uns am Guesthouse abgeholt hatte) nach Angkor Wat. Ich kann das gar nicht beschreiben, aber habs selbst schon so oft gehoert. Die Massen die dort hinstroemt ist unglaublich. Jeder moechte dieses Schauspiel sehen und so wimmelte es nur so von verrueckten Radlertouris, Motos und Tuktuks. Da wir allerdings keine Ahnung hatten wo denn wohl der beste Platz ist haben wir uns einfach an eine Mauer gesetzt und gewarte. Noch wars dunkel, aber man sah schon schoen wie der Himmel langsam roetlich wurde. Das war so ca. 20 vor 6. Und nun warten und warten und warten. Ich habe ihn der Zeit mal wieder meine Bilder auf der Kamera gesichtet und ein bischen uebr meine bisherige Zeit nachgedacht als dann ploetlich alle aufsprangen und ihre Kamera zueckten, ha die Sonne kommt also doch hinter den Tempeln von Angkor Wat hervor. Das Schauspiel war wirklich toll, aber es ist doch erschreckend wie schnells auch wieder vorbei geht. Man sieht wirklich wie die Sonne sich schnell vorwaerts bewegt wenn man einen Fixpunkt, in diesem Falle der Tempel, hat.

Dann erst mal fruehstuecken, ich hatte dann einen Pfannkuchen mit Banane und Honig, wobei dieses relativ kleine, dafuer sehr dicke fluffige Ding aus der Packung kommt, aber den Magen fuellts zumindest.

Die Preise hier sind natuerlich etwas teurer und so verlangen die Verkaufer doch superfrech nen Dollar fuer alles, also auch fuer 1,5l Wasser. Beim ersten hab ich noch auf 0,75$ runtergehandelt, aber ich werd da auch immer besser. Mal hab ich gleich 2 Flaschen fuer 1$ bekommen und mal eben dann auch nur eine Flasche fuer nen halben. Falls ihr jetzt denkt dass ich die Leute hier abzocke, nein, im normalen Supermarkt zahlt man auch nur nen halben Dollar. Es gibt aber auch Dumme Touristen hier die fuer eine 0,5l Flasche nen ganzen Dollar bezahlen, denn die Verkauefer verlangen ja wie gesagt fuer alles erst mal nen Dollar :-)

Was richtig uebel hier ist sind die Kinder. Hier verkaufen Kinder ab ca. 4 Jahren schon mit einer Mitleidsmiene und -stimme Postkarten, Armbaendchen, Taschen, Tuecher und noch vieles mehr. Dabei gehoeren die meisten in die Schule, vorallem Montagmorgens!!!! Man sollte diesen Kindern auf keinen Fall was abkaufen, denn dann haben sie vielleicht die Moeglichkeit in die Schule zu gehen wenn die Eltern sehen dass es mit dem Verkaufen nicht klappt. Aber bei der Anzahl an Kindern glaub ichs kaum, es gibt halt zu viele verantwortunglose und bemitleidende Touris.

So, und nun noch fuer alle Hollywoodfilmliebhaber bzw. Tomb Raider-Fans. Ich war beim Tempel aller Filmtempel und habe natuerlich genau an diesem beruehmten Baum der auf den Mauern waechst und dessen Wurzeln ueber das Mauerwerk haengen ein Bild von mir machen lassen. Oh yeah!!!!!

Da wir Abends dann doch relativ spaet, also erst um halb 6 nach Hause kamen hatten wir besonders am 2 Tag dann das Beduerfnis auf ein fruehes zu Bett gehen. Aber unsere lieben Bungalow Nachbarn die um ca. 2 Uhr nachts betrunken zurueckkommen und lautstark reden oder sogar Musik hoeren haben uns den Schlaf geraubt. Dazu kommt dass die sich, ich vermute mit Mosquitospray noch eingesprueht haben und dies zog dann in unseren Bungalow. Ich hab das Zeugs dann eingeatmet und heftige Hustanfaelle bekommen. Alles was half war aufzustehen und den Ventialtor anwerfen damit das Zeugs wieder durch die Ritzen rausgeht. Und gegen den Laerm half nur Aufstehen von Kimberly und den Typen ordendlich zusammenscheissen und beim zweiten Mal durch die Wand durch rueberzubruellen. Danach war Ruhe :-)

Sodele, mehr faellt mir zu diesen zwei Tagen nimmer ein ausser dass es eben unglaublich anstrengend aber schoen war und wir daher an unserem dritten, vollen Tag in Siem Reap ne Tempelpause brauchen. Ueber den erzaehl ich aber die Tage mal wieder denn jetzt ist dieser schon fast vorbei und morgen gehts ja nochmal zu den Tempeln und der Tuktukfahrer holt uns um 8 ab.

1 comment:

  1. Falls Du noch nicht genug Tempel gesehen hast kann ich noch Ayutthaya nördlich von Bangkok empfehlen. Auch sehr schön. Allerdings weiß ich nicht, wie gut man da derzeit hinkommt.

    Grüße,
    Holger

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