Erstaunlicherweise ist Phnom Penh (Hauptstadt von Kambodscha) wesentlich sauberer als noch vor sechs Jahren (Aussage Rene). Und ich muss sagen ich bin doch auch sehr ueberrascht wie "wenig" Abfall hier ueberall ist. Schon als wir die Grenze von Laos nach Kambodscha ueberschritten hatten erkannte man den Unterschied ganz deutlich. Dieser Muell an den Strassenraendern ist unbeschreiblich, aber in Phnom Penh ist es ziemlich sauber. Wobei das Morgens noch mehr der Fall ist als Abends, aber jeden Abend sahen wir die Aufraeumtrupps, grosse Muellwagen und mehrere Muellmaenner mit kleinen 1-achsigen Waagen die sie fuellen und dann in die grossen umladen. Aber genug zum Muell bzw. der vergleichsweise sauberen Stadt.
Rene und ich sind im Capitol abgestiegen, welches als Phnom Penhs aeltestes Guesthouse in unserem Reisefuehrer beschrieben ist. Das schoene an diesem Guesthouse ist: es gibt viele Kategorien von Zimmer und du kannst dir deine Kategorie aussuchen. Wir hatten Twin mit Fan und private Bathroom, heisst also ein Zimmer mit zwei Betten (Doppelbetten gibts hier nicht) und zwei Ventilatoren sowie unser kleines, bescheidenes Bad, dazu noch einige hundert Mitbewohner wie ich eines Abends feststellen musste als sie sich ueber meine Bananen die auf dem Boden in einer Tuete lagen, hermachten. Das Obst wurde ganz schnell auf dem Gang weitweg von unserer Zimmertuere entsorgt *huestel-raeusper* und nach zwei Stunden waren die Ameisen wieder in der Wand verschwunden aus der ihre Strasse fuehrte.
Nun ist ja Kambodscha sehr fuer seine nervigen Schlepper, Tuktukfahrer und Motofahrer bekannt. Tuktukfahrer sind aber mit Abstand die Schlimmsten. Jetzt wohnten wir doch im 3. Stock des Guesthouse und schon wenn wir dort oben die Treppe (die nach Aussen offen war) herunterkamen, winkten und riefen sie nach uns. Stock tiefer natuerlich noch mehr und wenn wir dann die letzte Treppe herunterschritten da hatten wir dann mind. 5 um uns herum. Der Laerm der auf einen reinprasselt ist vergleichbar mit Gackerndend Huehnern: Tuktuk, tuktuk, tuktuk und meist natuerlich noch ein "Sir" dazwischen, denn die Frau wird erst dann mit "Madame" angesprochen wenn der "Sir" nicht reagiert, was Rene so gut wie nie tut :-)
Am ersten Tag wollten wir gleich zur indonesischen Botschaft um uns ein Visum fuer Indonesien zu holen. Unsere Auskunft bisher war, dass wir nur ein 30-Tagesvisum bekommen wenn wir am Flughafen ankommen, da wir aber laenger dort bleiben wollen, muss es vorher bei einer Botschaft beantragt werden. Rene hatte im Internet zuvor die Adresse rausgesucht und wir haben uns einen Tuktukfahrer gesucht der uns dort hinbringen koennte. Da wir noch einiges anderes am gleichen Tag ansehen wollten, verhandelte Rene hart bis wir einen Tagespreis von 10$ hatten.
Der Tuktukfahrer meinte ja zuerst er wuesste wo die Botschaft sei, aber es stellte sich heraus dass er keine Ahnung hat. Die Adresse die Rene hatte war natuerlich auch falsch und so landeten wir erst mal im noerdlichen Teil des Zentrums. Und wenn wir schon mal da sind dann schauen wir doch gleich mal den Wat Phnom an, ein Tempel auf einem Huegel, sehr schoen und man hat ein klein wenig Aussicht, wenns der Blick durch die hohen Baeume zulaesst. Unten angekommen wollten wir dann noch schnell das alte, wohl "sehenswerte" Hauptpostamt anschauen, aber so toll wies im Reisefuehrer beschrieben ist, wars jetzt auch nicht. Also gehts weiter...
Nochmal ein Wort zu den Tuktuks hier in Kambodscha, diese sind nicht vergleichbar mit den Gefaehrten in Bangkok (die ich ja als besonders ungemuetlich beschrieben hatte, mancher Leser erinnert sich...). Hier sind die Tuktuks gemuetliche Anhaenger mit 2 Sitzbaenken, eine in Fahrtrichtung und die andere Gegenueber, und ganz toll: das Dach ist so hoch, dass ich und auch ein grosser Rene bequem sitzen und die Gegend begutachten koennten. Vor diesem Waegelchen ist dann ein Roller gespannt. Gut ziehen tun die Dinger nicht, sprich man kommt sehr langsam vorwaerts, aber es lohnt sich sehr, denn dadurch hat man doch mehr Zeit die Gegend zu betrachten.
Nach langem umherfragen, fahren und noch mehr fragen landeten wir dann also etwas ausserhalb des Zentrums im Sueden :-) gluecklich vor der Botschaft die an diesem Montag, dank des Weltfrauentags, keine Visa ausstellen wuerde. Also am naechsten Tag wieder kommen. Nun gut, dann gehen wir halt jetzt mal ein bischen den shoppen.
In unserem tollen Reisefuehrer steht geschrieben, dass das neue und moderne "Paragon Mall" (Einkaufszentrum) zwar etwas teuer sei, aber wunderbar zum shoppen geeignet sei. Deren Meinung konnten wir uns nicht anschliessen, da drinnen standen sehr viele Ladengeschaefte leer und der Rest war nicht sonderlich. Nennenswert vielleicht der Supermarkt in dem wir uns mit Wasser und Eis versorgt hatten und noch das kleine Cafe in dem wir uns dann nach dem suessen Eis noch einen Cafe Latte goennten. Als wir rauskamen, kam unser Fahrer schon entgegen gelaufen und meinte er habe einen Platten ob wir ihm nicht schnell 1000 Riel leihen koennten (ein viertel eines US-Dollars) damit er den Schlauch bezahlen koennte. Er wuerde es dann von unseren 10$ zurueck bezahlen. Kein Problem fuer uns.
Nachdem das ja alles bisher sehr relaxed war kommen wir nun nun zum traurigen Kapitel Kambodschas - der roten Khmer (auch als Khmer rouge) bekannt. Daher sind wir ins Gefaengnis S21 das heute ein Museum beherbergt und sehr gut erhalten ist. 1000de von Khmer wurden von den Roten Khmer dort gefoltert und umgebracht und alles fein saeuberlich dokumentiert. Schauderhaft, aber trotzdem sehenswert, denn ich denke wenn man in einem solch gebeutelten Land reist sollte man sich doch schon auch mit deren Geschichte auseinandersetzen.
Als wir voellig erschoepft um halb 5 wieder rauskamen, knurrte mein Magen schon sehr, also den Fahrer fragen wo wir jetzt was herbekommen. Russenmarkt ist die Antwort, da wir ja gleich noch ein bischen einkaufen wollten. Was zu Essen haben wir bekommen, aber Kleidung war dann doch nicht mehr drin und wir haben uns nach Hause kutschieren lassen.
Naechster Tag, es steht wieder die Botschaft auf dem Programm. Jetzt oeffent die ja schon um 8.30 Uhr und da wollten wir auch dort sein. Mit unserem Tuktukfahrer des Vortages hatten wir vereinbart, dass wir ihn an diesem Tag nochmals fuer 10$ buchen. Tja, und wo isser? Ich bin ja gleich ins falsche Tuktuk gehuepft und dachte mir noch so "hatten wir gestern auch weisse Sitze". Aber bei genauerem Betrachten und auf Renes "das ist der falsche" bin ich auch schnell wieder raus. Das hat ihm gar nicht gefallen und hat dann ewig rumdiskutiert, ich sei ja schon drin gesessen also muesse ich jetzt gefaelligst mit ihm fahren. Ja spinn ich oder was????
Das war auf nuechternem Magen erst mal zu viel, also rein ins Restaurant des Capitols und ne Nudelsuppe gefruehstueckt und danach auf der anderen Seite wieder raus :-) Dort haben wir dann mit anderen Tuktukfahrern gesprochen die alle die Botschaft nicht kannten und nen Haufen Geld verlangten, aber schlussendlich hab ich dann einen angehalten der meinte er wuesste wo ungefaehr und durch die anderen Ziele am heutigen Tage war leider ein Preis von weniger als 12$ nimmer drin. Nundenn, losgefahren und schon mal in die richtige Richtung, aber wo ist nun die Botschaft. Da fuer uns natuerlich immer noch alles gleich aussieht wussten wir nicht wirklich wo und so ging die Durchfragerei wieder los. Ich hab mir dann nochmal den Stadtplan angeschaut den er in seinem Tuktuk an die Decke geklebt hatte und siehe da, der erste Stadtplan in dem alle Botschaften drinnenstehen. Ich hab ihn zurueckgerufen und es ihm gezeigt und zwei Strassen weiter standen wir dann vor der Botschaft.
Dort hat ein freulicher Wachmann uns ueber unser Anliegen befragt und dies an einen der Botschaft weitergegeben. Jetzt kamen da Bruchstueckhaft zurueck dass wir wenn wir nur reisen dort nur das 30-Tage-Visum bekommen koennten. Wir haben ihn nochmal geben nachzufragen ob das denn wirklich stimmt, hat er auch getan und meinte es wuerde nun einer aus der Botschaft kommen. Dieser sprach sehr gut Englisch, wir erklaerten ihm nochmals dass wir laenger als 30 Tage reisen wollten und daher das 2-Monatsvisum braeuchten. Er hat uns dann erklaert dass genau zum 01. Januar 2010 die Regeln geaendert wurden und man nun das Visa-on-Arrival (also das was man bekommt wenn man direkt einreist) fuer 30-Tage bekommt und dieses verlaengerbar ist. Super Nachrichten, also raus und auf zum Koenigspalast....
Der Koenigspalast und die dazugehoerige Silberpagode ist so "die" Sehenswuerdigkeit der Stadt, und der Koenig wohnt da noch wirklich. Die Gebaeude zu beschreiben waere zuviel des Guten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Da wir heute nochmal richtig zum Russenmarkt gehen wollten sind wir nach dem Palast dort hingefahren und es hat sich sehr gelohnt. In dieser stickigen, heissen Halle gibts alles was das Touristenherz hoeher schlagen laesst und so sind wir mit Tuechern, Stoffen und ner schoenen Tasche wieder rausgekommen. Satt bin ich da drinnen auch geworden.
Wenn man so erfolgreich shoppen ist was bietet sich da mehr an als noch zum Zentralmarkt zu fahren und noch mehr herumzustoebern..... danach haben wir uns erst mal in einem Lokal, in der Groesse einer Garage inkl. Kueche und Toilette, mit einem Eiskaffee vom Stress erholt :-)
Nun wars schon schoen spaet und wir wollten uns am grossen Stadtssee in einem Restaurant bei einem Cocktail den Sonnenuntergang anschauen. Durch verwinkelte Gassen kamen wir dann bei einem Restaurant an und Rene war sichtlich geschockt. "Wo ist denn der See hin? Der war doch viel groesser!" Ja, stimmt, aber vor ein paar Jahren wurde der aufgeschuettet und dort werden bald grosse Geschaeftshaeuser gebaut. Unser Sonnenuntergang war dann also eher schaebig, aber mein Cocktail hat doch sehr geschmeckt.
Nochwas. In einer anderen riesigen, neuen und wirklich super Mall sind wir auf Deutschen Schinken und "Paparika Wurst" gestossen. Mussten wir natuerlich ausprobieren und ich muss sagen meine Wurst war eine 1A-Paprikalyoner :-)
Am dritten Tage haben wir uns dann kein Tuktuk geleistet sondern sind einfach so rumgestreunert, und das machte wirklich richtig Spass.
Ach, unseren ersten richtigen Regen hatten wir am 2. Tag, abends. Wir sassen im Internetcafe und ploetzlich wurde es unglaublich laut, hatte mich schon gewundert wo der Laerm herkommt. Das war der Starkregen der auf das Blechvordach des Cafes trommelte. Und was da runterkam war nicht feierlich. In der Nacht hatte es nochmals geregnet und am naechsten Tag hatten wir nicht ganz so heisses Wetter wie die beiden Tage zu vor. Wie heiss das hier ist kann man sich kaum vorstellen, zumal in der Stadt die Luft auch ziemlich steht.
Fuer mich gings am naechsten Tag nach Battambang in den Norden und Rene ist nach Kep in den Sueden ans Meer gefahren. Dies liegt daran dass es fuer mich morgen weitergeht nach Siem Reap um das grosse "Angkor Wat" anzuschauen und Rene sich das nicht nochmals antun wird.
Mein Tag heute in Battambang war hervorragend, auch wenn meine Fahrt gestern hierher schon wieder doof war. Gut dass ich einen Kambodschaner im Bus hatte der 1979 vor den Roten Khmer gefluechtet war und in Amerika gelandet ist. Er wohnt nun seit 4 Jahren in England und spricht hervorragend Englisch. Wir hatten auf der (doch relativ kurzen Strecke) mehrere Aufenthalte und beim 2ten fuhr der Bus ploetzlich davon, waehrend noch alle Reisende draussen standen und teilweise ihr Essen vertilgten. Er meinte dass der Fahrer wohl den Reifen wechseln geht, davon haette er schon waehrend der Fahrt immer gesprochen. Gluecklicherweise tauchte der nach ner guten halben Stunde auch wieder auf. In der Zwischenzeit hatte mich der nette Herr auf "Reis im Bambusrohr" eingeladen. Da nehme die Kambodschaner ein ca. 30cm langes Bambusrohr, fuellen es mit Klebreis, Bohnen und Kokos und backen es dann ueber dem Feuer so dass es durchgekocht ist. Dann nimmt man den Bambus, reist ihn an einer Stelle ein und kann dann wie bei einer Banane die Seiten runterschaelen. Dann ist man den Inhalt, der uebrigens unglaublich lecker war. Hab ich nicht ein Glueck!!!!! (im Unglueck).
Und als wir kurz vor dem Zentrum von Battambang ankamen hielt doch der depperte Busfahrer schon wieder an. Direkt vor einer Werkstatt. Die meisten der Reisenden sind dann hier einfach ausgestiegen und haben sich ein Moto genommen um nach Hause zu kommen, ich die aber keine Ahnung hatte wo sie war und der Kambo-Ami zogen es aber vor zu warten. Er hatte draussen mal nachgefragt was die denn da machen. Ja die Radschrauben wuerde zu fest sitzen und er muesse diese etwas lockern. Warum in allerwelts Namen kann er das nicht machen wenn wir das Ziel erreicht haben (was keine 5 min mehr war)???? Lief doch schliesslich bis hierher jetzt auch gut *kopfschuettel*
In Battambang wurde ich dann direkt am Buero der Busgesellschaft rausgelassen und hatte 10 Tuktuk-Fahrer um mich versammelt. Die sind wie Fliegen, nervig und man bekommt sie kaum los. Ich bin gleich mit Gepaeck ins Buero gefluechtet und hab mir auf dem Stadtplan zeigen lassen wo ich wohl bin. Aha, sehr gut, gleich um die Ecke ist das Hotel welches ich mir anschauen wollte. Gesagt, getan, geduscht, eingecheckt. Ja, genau in der Reihenfolge, denn ich musste erst mal duschen, nicht dass ich beim ausfuellen der Formulare an der Theke kleben bleibe.
Danach bin ich noch losgezogen und das muss ich auch noch loswerden. Ich kam hier durch einen Park am Fluss und die Leute sind dort echt verrueckt. Mehrere Instrukteure haben grosse Boxen aufgebaut und dort laeuft tierisch laut Musik. Die springen und tanzen dann herum und hinter ihnen stehen jeweils um die 50 Frauen in Sportklamotten. Das ist Kambodschanisches Aerobic vom feinsten. Ich denke die Trainer bei meiner Gesundheitskasse wuerden den Kopf nur schuetteln. Anderswo gabs noch ne Art Popmusik wo Jugendlich im Gleichschritt tanzten und noch ein Stueck weiter gabs dann Aerobic fuer die aelteren Semester. Ich konnte nicht anders als grinsend da durchzulaufen. :-)
So, und heute hab ich mir also noch 2 Hauptsehenswuerdigkeiten von Battambang angeschaut. Ich hatte mir gestern Abend im Hotel schon ein Moto (ein etwas schnellerer Roller) mit Fahrer gebucht der mich heute zum Phnom Sampeu bringen sollte. Einer kleinen Buddhapagode auf einem Huegel. Dieser liegt 15 km ausserhalb und ich bin auf der Strecke im Staub fast erstickt, unglaublich, schon wieder so ne Strasse ohne Teer, und die ist Hauptverkehrsstrasse nach Thailand!!!!!
Aber ich bin ja gut angekommen und er hat mich in einem Restaurant rausgelassen. Dort hat die 10-jaehrige Tida auf mich gewartet und mich dann fuer einen Dollar den Berg hochgefuehrt. Das ist gut denn dort gibts mehrere Wege und Verzweigungen und man kann auch noch ne Hoehle besichtigen, in der auch die Rote Khmer gewuetet hatte. Diese hatten damals die Kambodschaner oben an einem Loch getoetet und einfach runtergeworfen. Die Knochen und Schaedel kann man heute dort noch sehen. Schaurig.
Der Aufstieg war schon sehr heftig, gluecklicherweise wars noch nicht ganz so heiss, aber das Maedel hatte schon ein ordentliches Tempo drauf so dass ich schwer schnaufend nur hinterherkam :-) Kaum ist man auf Reisen ist die schoene Fitness fort. Die Aussicht hat sich jedoch total gelohnt und ich war gluecklich als ich (zu Santanaklaengen, die in abnormaler Lautstaerke aus dem Dorf hochschallte) wieder absteigen durfe.
Unten hab ich mich dann mit meinem Fahrer lange ueber die Sprache unterhalten. Vorallem deren Zahlensystem muss ich mal noch schnell zum besten geben. 1, 2, 3, 4, 5 und dann gehts weiter 6= fuenfeins, die 7 dann die fuenfzwei usw. 10 gibst, darauf folgt dann zehneins, zehnzwei und die sechszehn ist die zehnfuenfeins!!!!! Schreibt Euch die Zahlen auf, falls das jetzt zu kompliziert war ;-)
Danach gings noch zum Bambootrain. Er gibt hier in Kamboscha im Prinzip genau eine Zugstrecke, die fuehrt von Battambang runter nach Phnom Penh. Der Zug benoetigt um die 10-12 h waehrend man mit dem Bus normalerweise (also dann wenn ich nicht drinsitze) 4 braucht. Ich weiss jetzt auch warum das so ist. Diese Schienen die man hier sieht sind zum einen Schmalspur und zum anderen so unglaublich verbogen und wellig dass man nur langsam drueber fahren kann. Da es keine Weichen oder sonst was gibt faehrt der auch nur einmal am Tag. Die findigen Kambodschaner nutzen die Strecke daher hier oben in Battambang fuer ihre Bambootrains. Das sind 2 einzelne Achsen auf die eine Geruest aus Brettern und Bambus gelegt wird und die mit einem Rollermotor angetrieben werden. Ich hab mir so eine Fahrt geleistet (war sehr teuer, da ich weit und breit die einzige war und somit so ein Ding fuer mich alleine hatte), auch wenns unglaublich den Rahmen meines Budgets sprengte. Es hat sich gelohnt.
Ich stand also dort und die haben die 2 Achsen draufgepackt und dann den Bretterboden mit dem Motor. Der wurde dann ueber einen Riemen mit der Hinterachse verbunden. Los gings, Motor wurde ueber ein Seil welches erst mal um ein Stueck Metall am Motor gewickelt wurde und an dem er dann ordentlich ziehen musste (die Maenner unter Euch kennen sicher einen besseren Ausdruck dafuer ;-) ), gestartet. Ich sag Euch, das ganze war Laut, nicht nur der Motor sondern diese Achsen bzw. Metallraeder auf den Schienen. Wieder mal: haette ich eine Schlagsahne in der Hand gehalten, nach den 7 km einfache Fahrt waere diese wunderbar steif gewesen :-) Unterwegs haben wir noch ne Kuh verjagt und nachher auf der Rueckfahrt ne ganze Herde die das frische Gras zwischen den Schienen frass.
So, und da das ganze zudem Eingleisig ist und es natuerlich Gegenverkehr gibt schaut man sich dann bei einer Zusammenkunft an welches Gefaehrt das schwerere ist und lupft dann das andere (also wieder erst den Boden dann die beiden Achsen) von der Schiene, laesst den anderen passieren und packt seines wieder drauf. Dabei helfen sich aber die Fahrer gegenseitig so dass ich das mit anschauen durfte.
Ja, das war mein Tag, ich bin heute fix und fertig und werd mich nachher wieder in mein Hotelzimmer verziehen. Nochmal ne schoene kalte Dusche (die letzte ist ja erst 3 h her) und dann packen. Morgen frueh gehts weiter nach Siem Reap, Bus faehrt schon um 7:45 Uhr los, also muss ich frueh raus.
Gruessle ins kalte Deutschland, hab in meinem Deutsche Welle-TV im Fernsehen Eure Wettervorhersage gesehen. Allerdings auch die fuer Bangkok, die sagt 36 Grad, und da gehts nach Siem Reap naemlich wieder hin. Schoenes Schwitzen fuer mich, froechliches Schneeballwerfen fuer Euch!
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